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Der So Oder So e.V. entstand im Juli 1992 und gründete
im August 1993 die KIEZKANTINE, Oderberger Straße als ABM-Projekt.
Bis zum Oktober 2003 war der So Oder So e.V. Träger dieses
Projektes. Die zirka 20 überwiegend jüngeren Leute aus
der Oderberger Straße und Umgebung waren fest entschlossen,
ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen und sich nicht
von Immobilienspekulanten aus ihren angestammten Wohnungen vertreiben
zu lassen. Sie wollten das Haus Oderberg 50 selbst kaufen, sich
ihre Wohnungen selbst ausbauen und einen Nachbarschaftstreffpunkt
einrichten. Unter dem Motto "Wir kriegen das Haus So Oder So"
wurden alle Kräfte gebün-delt und im März 1993 war
man mit Haus Mitglied der Wohnungs-baugenossenschaft SelbstBau aus
dem Prenzlauer Berg.
Als Erstes begannen im Mai 1993 die Ausbauarbeiten
für die Sozialkantine, die aus Fördergeldern des Bezirkes
und vielen Selbsthilfestunden der Vereinsmitglieder finanziert wurden.
An-schließend wurde das gesamte Vorderhaus saniert und umgebaut,
über zwei Jahre lang. Für den Betrieb der Sozialkantine
stellte der Verein im August 1993 eine Projektleiterin und 16 ABM-Kräfte
ein. Nach
fast vier Monaten zur Unter-miete bei Otto im Café "Entweder
Oder" bezog die Sozialkantine am 17. Dezember 1993 feierlich
das Erdgeschoß der "50".
Bis zum Herbst 1996 waren die Büroräume
des So Oder So e.V. noch im (Neben-)Haus Nr. 49 untergebracht, dann
endlich kam die "Zusammenführung" in einem Haus.
Nach wie vor engagiert sich unser Verein auch für die Unterstützung
von anderen Vereinen, Bürger- und Mieter-zusammenschlüssen,
die darauf gerichtet sind, das Leben der Einwohner im Kiez zu verbessern.
In der Sozialkantine finden wechselnde Ausstellungen von Laienkünstlern
statt. Interessenten melden sich bitte im Büro. Montags z.B.
trifft sich die Mieterberatung Prenzlauer Berg.
Zu unseren Vereinssitzungen sind alle Interessierten herzlich willkommen.
Die Termine hängen in der Kantine aus. Über Hilfe und
Unterstützung auch in Form von konstruktiver Kritik freuen
wir uns. Wie sind (fast) immer im Büro Oderberger Str. 50 zu
erreichen.
Wir, die Mitglieder und Freunde des So Oder So
e.V. wollen mit unserem Projekt Sozialkantine aktiv gegen die sich
in unserem Kiez verschärfenden sozialen Probleme auftreten.
Gegen die Eskalation dieser Probleme setzen wir die Unterstützung
sozial schwacher Bevölkerungsgruppen in ihrem Wohnumfeld. In
der Sozialkantine bieten wir wochentäglich von 9.00 -16.00
Uhr eine hochwertige und preiswerte Verpflegung an, die durch die
Preisstaffelung in drei Preisgruppen den Einkommensverhältnissen
angepaßt und damit für jeden erschwinglich ist. Bei der
Zubereitung werden vorrangig frische Zutaten verwendet, die schonend
verarbeitet werden und eine gesunde Ernährung ermöglichen.
Die täglich wechselnde Karte bietet u.a. immer ein vegetarisches
Essen und einen Salat an. Alkoholische Getränke werden weder
verkauft noch geduldet. In dem ABM-Projekt Sozialkantine arbeiten
jeweils für ein Jahr ca. 15 Mitarbeiterinnen vornehmlich aus
dem Gaststättengewerbe, die aus Alters-, familiären- oder
Qualifikationsgründen lange Zeit keine Beschäftigung hatten.
Sie arbeiten als Teilzeitbeschäftigte in zwei Schichten. Auch
im nunmehr zehnten Projektjahr (2002/2003) wird der größte
Teil der entstehenden Kosten von der Bundesanstalt für Arbeit
(Personal-kosten, anteilige Sachkosten) und über die Servicegesellschaft
SPI vom Land Berlin (Teil Sachkosten) getragen, obgleich der durch
Einnahmen aus dem Essenverkauf zu erwirtschaftende Eigenanteil erneut
gestiegen ist. Ob es ein elftes Projektjahr geben wird - oder ob
der 31.10.2003 für uns alle "Der Erste" sein wird
- ist nach allen bisher "verlautbarten" Gedanken der Herren
Clement, Mertz u.a. zur Arbeitsmarktpolitik eher unwahrscheinlich.
Immer noch entspricht der durchschnittliche Verkaufspreis der Essen
dem Selbstkostenpreis der Zutaten. Die Sozialkantine Oderberger
Straße war das erste Projekt dieser Art in Berlin. Sie soll
dazu beitragen, möglichst viele unter-schiedlich soziale Gruppen
und Generationen zusammenzuführen, ihnen die Möglichkeit
der Kommunikation geben, ihr Selbstwertgefühl erhöhen
und dadurch Probleme lösen. Auch durch die täglich Verwirklichung
des Gedankens der praktischen Solidarität (Besser-verdienende
sponsern das Essen der Einkommensschwachen) kommt man sich näher.
Den öffentlichen Geldgebern und der Hotel- und Gaststätteninnung
gegenüber sind wir verpflichtet, jederzeit die berechtigte
Inanspruchnahme der Ermäßigung nachzuweisen. Deshalb
bitten wir Sie, falls Sie die Preisgruppen 1 oder 2 in An-spruch
nehmen wollen, bei jeder Bestellung den Ermäßigungsausweis
vorzuzeigen und die Gültigkeitsdauer der Ausweise zu beachten.
Berlin, August/Oktober 2003
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